Wissen, das bewegt: Beiträge zu Pferdegesundheit und -pflege
Auf dieser Seite finden Sie verständlich aufbereitete Informationen rund um Pferdegesundheit, Fütterung, Stoffwechsel, Training und häufige Belastungsfaktoren. Alle Inhalte dienen ausschließlich der Wissensvermittlung. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine Tierärztin, einen Tierarzt oder eine qualifizierte Tierheilpraktikerin bzw. einen Tierheilpraktiker. Bitte führen Sie keine eigenständigen Behandlungen durch.
DÄMPFIGKEIT / COB (CHRONISCH OBSTRUKTIVE BRONCHITIS)
Dämpfigkeit gehört zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen beim Pferd. Laut Literatur entsteht sie durch wiederkehrende Reizungen der Bronchien, die zu einer dauerhaften Verengung der Atemwege führen können. Eine frühzeitige Anpassung der Haltungsbedingungen ist entscheidend, um die Atemwege zu entlasten.
Was ist Dämpfigkeit / COB
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chronische Entzündung der Bronchien
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Verengung der Atemwege
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vermehrte Schleimbildung
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Umbauprozesse im Lungengewebe
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erschwerte Atmung, besonders beim Ausatmen
Symptome
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chronischer Husten
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erschwerte Atmung
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Bauchpresse beim Ausatmen
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Leistungsabfall
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vermehrter Schleim
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sichtbare „Dampfrinne“ bei fortgeschrittenen Fällen
Ursachen
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langanhaltende Staub- und Schimmelbelastung
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schlechte Stallluft
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wiederkehrende Atemwegsinfektionen
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allergische Reaktionen
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genetische Veranlagung
Auslöser
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staubiges Heu
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trockene Einstreu
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mangelnde Belüftung
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hohe Ammoniakbelastung
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Wetterumschwünge
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Stress
Managementfaktoren
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staubarme Haltung
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gute Belüftung
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angefeuchtetes oder bedampftes Heu
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regelmäßige, schonende Bewegung
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Beobachtung der Atmung
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Vermeidung von Reizstoffen
Naturheilkundliche Mittel
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Thymian
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Spitzwegerich
Äußerliche Anwendungen
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Inhalation mit isotonischen Lösungen
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Brustkorb-Massagen werden traditionell zur Entspannung der Atemmuskulatur
MAUKE (Pastern Dermatitis)
Mauke tritt häufig an den Hinterbeinen auf, besonders bei Pferden mit viel Behang oder empfindlicher Haut. Laut Literatur entsteht sie durch eine Kombination aus Feuchtigkeit, Schmutz, Hautreizungen und mikrobiellen Faktoren. Sie gilt als Multifaktorenkrankheit, bei der mehrere Auslöser gleichzeitig wirken. Eine frühzeitige Pflege ist wichtig, um eine Ausbreitung oder Chronifizierung zu verhindern.
Was ist Mauke?
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entzündliche Hautveränderungen im Fesselbereich
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Rötungen, Krusten und nässende Stellen
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Schwellungen oder Schmerzen bei Berührung
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mögliche Ausbreitung nach oben (Raspe, Einschussgefahr)
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häufig beidseitig symmetrisch, oft Hinterbeine oder weiße Beine betroffen
Bei Ausbreitung bis zum Röhrbein spricht man von Raspe.
Symptome
Frühe Symptome
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Rötung und Reizung
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schuppige oder rissige Haut
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Berührungsempfindlichkeit
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Juckreiz, Aufstampfen
Fortgeschrittene Symptome
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Krustenbildung
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nässende oder trockene Hautstellen
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verklebter Behang
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unangenehmer Geruch
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Schmerzhaftigkeit
Chronische Mauke / Warzenmauke
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verdickte, verhornte Haut
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blumenkohlartige Wucherungen
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gestörter Lymphabfluss → Schwellungen
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Lahmheit
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Haarverlust
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Risiko für Phlegmone/Einschuss
Ursachen
Mauke entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Infektiöse Ursachen
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bakterielle Infektionen (z. B. Dermatophilose)
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Pilzerkrankungen (z. B. Trichophyton equinum)
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Milbenbefall (z. B. Chorioptes)
Nicht‑infektiöse Ursachen
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Kontaktdermatitis (Reizstoffe, Feuchtigkeit, Urin)
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Photosensibilisierung
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idiopathische Gefäßentzündungen (Vaskulitis)
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Nährstoffmangel durch unausgewogene Fütterung
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geschwächte Hautbarriere
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geschwächtes Immunsystem (Stress, Überlastung)
Mauke ist eine Multifaktorenkrankheit, bei der mehrere Auslöser gleichzeitig wirken.
Auslöser
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nasse Paddocks
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mangelnde Trocknung
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lange Stehzeiten im Matsch
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dichter Behang, der Feuchtigkeit speichert
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unzureichende Fellpflege
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Hautempfindlichkeiten
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UV‑Licht bei photosensiblen Pferden
Managementfaktoren
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trockene Haltungsbedingungen
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regelmäßige Fellpflege
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saubere Fesselbeugen
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Vermeidung von Dauerfeuchtigkeit
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Beobachtung bei Wetterwechsel
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Kontrolle auf Milben oder Hautreizungen
⭐ Naturheilkundliche Mittel
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Kamille
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Ringelblume
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pflanzliche Hautunterstützung
- kollidiales Silber
⭐ Äußerliche Anwendungen
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sanfte Reinigung wird in der Literatur bei Hautreizungen erwähnt
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Aloe‑Vera‑Gel wird traditionell im Zusammenhang mit gereizter Haut
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zinkhaltige Präparate bei nässenden Hautstellen
⭐ Homöopathische Mittel
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Graphites
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Sulfur
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Hepar sulfuris
⭐ Effektive Methoden
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Lymphtechniken zur Entstauung
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Faszientechniken entlang der Gliedmaße
⭐Schmerzmanagement
Bei schmerzhaften oder stark entzündlichen Maukeveränderungen für Schmerz‑ und Entzündungsmanagement wäre es ratsam ein Tierarzt/ärztin hinzuzuziehen.
⭐Belastung / Ruhe
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Bewegung meist möglich
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bei starker Schwellung kontrollierte Belastung
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trockene Böden bevorzugen
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Haut regelmäßig kontrollieren
Vielen Dank für Ihr Interesse. Ich hoffe, Sie konnten wertvolle Erkenntnisse aus diesen Kapiteln mitnehmen.
Herzliche Grüße, Amanda Gillet
Was Sarkoide wirklich sind – und warum sie so Angst machen
Sarkoide sind die häufigsten Hautveränderungen beim Pferd. Sie wachsen, sie verändern sich, sie können bluten, sie können sich ausbreiten. Und das macht Angst. Das verstehe ich so gut.
Viele Besitzer googeln ‚Sarkoid Pferd‘ und finden nur Schreckensbilder. Aber Sarkoide sind kein Todesurteil. Sie sind ein Zeichen. Ein Signal des Körpers. Und genau da setzen wir an.
🌱 Der wichtigste Punkt: Sarkoide niemals reizen
Ich sage es ganz klar: „ Bitte schneidet nicht. Bitte kratzt nicht. Bitte experimentiert nicht mit Salben aus dem Internet.“
Sarkoide reagieren extrem empfindlich auf Reizung. Und alles, was reizt, kann sie wachsen lassen.
💛 Warum das Immunsystem der Schlüssel ist
Was viele nicht wissen: Sarkoide sind kein Hautproblem – sie sind ein Immunsystem‑Thema.
Wenn das Immunsystem stabil ist, bleibt das Sarkoid ruhig. Wenn das Immunsystem schwächelt, wird es aktiv.
Deshalb arbeite ich bei Sarkoid‑Pferden immer zuerst an der Basis:
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Darm stabilisieren
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Omega‑3‑Fettsäuren
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Mineralstoffausgleich
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Leber entlasten
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Stress reduzieren
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energetische Balance herstellen
Das ist sanft. Das ist sicher. Und das unterstützt den Körper, selbst zu regulieren.
🌸 Die energetische Bedeutung von Sarkoiden
Pferde sind hochsensible Wesen. Sie tragen Emotionen, sie speichern Erlebnisse, sie reagieren auf Energie.
Sarkoide entstehen oft in Zeiten von Stress, Verlust, Herdenwechsel oder innerer Unruhe.
Und die Stelle, an der ein Sarkoid sitzt, sagt oft viel aus:
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Gurtlage: Grenzen, Druck, Verantwortung
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Bauchfalte: Sicherheit, Urvertrauen
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Innenschenkel: Verletzlichkeit
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Kopf: Reizüberflutung
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Schulter: Lasten tragen
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Kruppe: Vorwärtsgehen
Energetische Arbeit kann hier unglaublich viel lösen.
🐴 Ein Fall, der mich bis heute berührt
Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Ein Pferd hatte mehrere blumenkohlartige Sarkoide. Monatelang. Frühere Behandlungen hatten alles verschlimmert.
Ich habe das Pferd immunologisch stabilisiert, den Darm beruhigt, die Leber entlastet, energetisch begleitet – und dann ist etwas passiert, das ich nie vergessen werde:
Die Sarkoide fielen innerhalb weniger Wochen ab. Seit drei Jahren ist das Pferd komplett frei davon.
Nicht, weil man etwas draufgeschmiert hat. Sondern weil der Körper endlich wieder in Balance war.
🌿 Wie ich Sarkoid‑Pferde begleite
Mein Ansatz ist immer:
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ganzheitlich:
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Entgiftung
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Immunsystem stärken
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Energiebehandlung, um das innere Gleichgewicht und Blockaden zu lösen
- Eine Paste herzustellen, diese Sie täglich auftragen müssen
Ich arbeite mit dem Körper – nicht gegen ihn.“

Pilz beim Pferd – Ursachen, Symptome & wichtiges Wissen
Hautpilz gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen beim Pferd. Er ist ansteckend, hartnäckig und kann sich schnell ausbreiten – aber mit der richtigen Pflege und Hygiene gut in den Griff zu bekommen.
Ein Hautpilz ist hartnäckig und benötigt konsequente Pflege. Oft dauert es einige Zeit, bis eine sichtbare Besserung eintritt – und in vielen Fällen sind mehrere Maßnahmen gleichzeitig notwendig.
Grundsätzlich gibt es zwei Wege der Behandlung:
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äußere Behandlung (Waschlösungen, Antimykotika)
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innere Behandlung (Impfung)
Äußere Behandlung – Waschen & Krusten lösen
Bei der äußeren Behandlung kommen antimykotische Waschlösungen oder Sprays zum Einsatz.
Wichtig dabei:
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Zu Beginn sollte das gesamte Pferd gewaschen werden, nicht nur die betroffenen Stellen.
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Waschungen müssen mehrfach wiederholt werden.
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Im Winter ist das Waschen schwierig – Pferde sollten nicht mit kaltem Wasser geduscht werden.
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Das Trocknen ist entscheidend, da Feuchtigkeit Pilze begünstigt.
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Versteckte Stellen (Gurtlage, Ellenbogen, Innenschenkel) dürfen nicht übersehen werden.
Diese Methode ist wirksam, aber zeitintensiv.
Innere Behandlung – Impfung gegen Hautpilz
Eine Impfung kann:
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prophylaktisch eingesetzt werden
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oder bei bereits infizierten Pferden die Heilung unterstützen
Sie wird häufig genutzt, wenn:
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der Befall großflächig ist
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mehrere Pferde im Bestand betroffen sind
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die äußere Behandlung allein nicht ausreicht
Hausmittel gegen Pilz beim Pferd – was hilft wirklich?
Viele Pferdebesitzer greifen zuerst zu Hausmitteln. Einige können unterstützend wirken, ersetzen aber keine gezielte Behandlung.
✔ Kokosöl
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antibakteriell
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gegen Pilze nur bedingt wirksam
✔ Apfelessig (verdünnt)
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kann die Hautbarriere unterstützen
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tötet Pilze nicht zuverlässig ab
✔ Teebaumöl
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wirkt antimykotisch
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muss stark verdünnt werden, da es die Haut reizen kann
Ursachen – warum entsteht Pilz beim Pferd?
Häufige Auslöser:
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geschwächtes Immunsystem
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Stress
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feuchte oder schlecht belüftete Stallbereiche
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mangelnde Hygiene
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falsche oder übermäßige Fellpflege
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Vorerkrankungen (z. B. Parasiten)
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Vitamin- oder Mineralstoffmangel
Pilz entsteht meist, wenn die Hautflora aus dem Gleichgewicht gerät.
Hilfreiche Vorbeugemaßnahmen
Mit konsequenter Hygiene lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
✔ 1. Kontakt zu infizierten Pferden vermeiden
Wenn Kontakt unvermeidbar ist: Hände desinfizieren, Kleidung waschen.
✔ 2. Tägliche Hautkontrolle
Früherkennung verhindert großflächige Ausbreitung.
✔ 3. Kein gemeinsames Equipment
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Putzzeug
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Decken
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Halfter
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Satteldecken → Jeder hat sein eigenes Set.
✔ 4. Zubehör regelmäßig waschen
Besonders Stalldecken, da Pilze Feuchtigkeit lieben.
✔ 5. Immunsystem stärken
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ausgewogene Ernährung
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ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Zink, Mineralstoffen
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regelmäßiger Auslauf – auch im Winter
✔ 6. Stallhygiene
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trockene Box
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saubere Tröge & Tränken
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regelmäßige Desinfektion bei Pilzbefall
✔ 7. Impfung als Prophylaxe
Kann vorbeugend eingesetzt werden, besonders in Beständen mit wiederkehrenden Fällen.

Cushing-Syndrom beim Pferd – wenn der Stoffwechsel außer Kontrolle gerät
Der Fellwechsel ist für jedes Pferd eine Herausforderung. Wenn ein Pferd jedoch auffällig lange, schwer oder unvollständig im Fellwechsel steckt, kann das ein Hinweis auf das Equine Cushing-Syndrom (ECS) sein – auch bekannt als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction).
Was passiert bei Cushing im Pferdekörper?
Die Ursache liegt in einer tumorartigen Veränderung der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), genauer in der Pars intermedia.
Dadurch:
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wird zu viel ACTH produziert
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steigt der Cortisolspiegel dauerhaft an
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gerät der gesamte Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht
Normalerweise reguliert Dopamin die ACTH-Ausschüttung. Bei Cushing-Pferden sind die dopaminproduzierenden Nervenbahnen geschädigt – die Bremse fällt weg.
Wie häufig ist Cushing?
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20–30 % der Pferde über 15 Jahre sind betroffen
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dank besserer Diagnostik steigt die Zahl der erkannten Fälle
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auch jüngere Pferde können erkranken, wenn auch seltener
Typische Symptome von Cushing
Die Ausprägung ist individuell – aber einige Anzeichen sind besonders typisch:
⭐ 1. Hirsutismus (auffälliges Fell)
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sehr langes, dichtes, teils gelocktes Fell
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Fellwechsel bleibt aus oder dauert extrem lange
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Pferde schwitzen schnell, auch bei Kälte
⭐ 2. Veränderungen im Zuckerstoffwechsel
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erhöhte Gefahr für Hufrehe
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Insulinresistenz möglich
⭐ 3. Fett- und Muskelveränderungen
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Fettpolster über Augen, Kruppe, Mähnenkamm
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Muskelabbau
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typisches Pendelabdomen (Hängebauch + Senkrücken)
⭐ 4. Stoffwechsel- & Organbelastung
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vermehrtes Trinken (Polydipsie)
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häufiges Urinieren (Polyurie)
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Leber & Nieren arbeiten auf Hochtouren
⭐ 5. Immunsystem & Verhalten
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erhöhte Infektanfälligkeit
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schlechtere Wundheilung
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geringere Stresstoleranz
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bei Zuchtstuten: Fruchtbarkeitsprobleme möglich
Diagnose: schnell, einfach und wichtig
Viele Symptome werden fälschlicherweise als „normale Alterserscheinung“ abgetan.
Dabei ist die Diagnose unkompliziert:
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Blutuntersuchung durch den Tierarzt
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Messung von ACTH, Cortisol, Insulin, Glukose, Leberwerten
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Werte schwanken jahreszeitlich → Herbstwerte sind oft aussagekräftiger
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Blutproben sollten immer zur gleichen Jahreszeit verglichen werden
Eine frühe Diagnose verbessert die Lebensqualität deutlich.
Fütterung & Management bei Cushing
Cushing ist nicht heilbar, aber gut managbar.
Die richtige Fütterung ist ein zentraler Baustein.
✔ Grundfutter
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Heu & Futterstroh ad libitum
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hochwertig, hygienisch, zuckerarm
✔ Energiequellen
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nicht melassierte Rübenschnitzel
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Leinsamen
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hochwertige Öle
✔ Vorsicht bei Zucker & Stärke
Besonders wichtig bei Insulinresistenz oder Hufrehe:
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frisches Gras nur kontrolliert
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Müslis & zuckerreiche Futtermittel vermeiden
✔ Muskulatur erhalten
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hochwertige Aminosäuren
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proteinhaltige Ergänzungen
✔ Mikronährstoffe
Cushing-Pferde benötigen oft mehr:
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Antioxidantien
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Mineralstoffe
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Spurenelemente
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sekundäre Pflanzenstoffe
✔ Pflege & Belastung anpassen
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regelmäßige Hufpflege
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angepasste Bewegung
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Fellpflege, besonders im Sommer
Ein gutes Leben trotz Cushing
Mit der richtigen Betreuung, angepasster Fütterung und einem guten Management können Cushing-Pferde lange, stabil und zufrieden leben.
Wenn Besitzer aufmerksam sind und auf die Bedürfnisse ihres Pferdes eingehen, kann trotz Diagnose ein aktives, glückliches Pferdeleben möglich bleiben.

MSM für das Pferd – das musst du wissen
MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine natürliche organische Schwefelverbindung und zählt zu den wichtigsten Bausteinen im Pferdekörper. Schwefel ist an unzähligen Prozessen beteiligt – von der Bildung stabiler Hufe bis zur Funktion des Immunsystems. Da Pferde reinen Schwefel schlecht verwerten können, wird MSM häufig als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt.
Was ist MSM und woher kommt es?
MSM ist eine organische Schwefelverbindung, die in der Natur über einen faszinierenden Kreislauf entsteht:
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Phytoplankton produziert schwefelhaltige Verbindungen im Meer.
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Diese steigen in die Atmosphäre auf und werden dort zu MSM umgewandelt.
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Über den Regen gelangt MSM zurück in den Boden.
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Pflanzen, besonders frisches Weidegras, nehmen es auf.
Pferde nehmen MSM also natürlicherweise über Gras auf – allerdings nur, wenn die Weiden artenreich, gut gepflegt und nicht überdüngt sind. Monokulturen, Kunstdünger und Pestizide reduzieren den natürlichen Schwefelgehalt deutlich.
Auch Pferde, die:
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im Winter kein frisches Gras bekommen
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in Boxen oder Paddocks stehen
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auf nährstoffarmen Weiden leben
… können schnell zu wenig Schwefel aufnehmen.
Warum ist Schwefel so wichtig für Pferde?
Schwefel ist Bestandteil von über 150 körpereigenen Bausteinen, darunter:
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Enzyme
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Hormone (z. B. Insulin)
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Aminosäuren
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Keratin (Hufe, Haare)
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Bindegewebe
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Sehnen & Bänder
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Knorpel & Gelenke
Ohne ausreichend Schwefel können diese Strukturen nicht optimal funktionieren.
MSM für Gelenke & Bewegungsapparat
MSM wird häufig zur Unterstützung des Bewegungsapparates eingesetzt.
Es kann den Körper dabei unterstützen:
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Knorpelstrukturen zu regenerieren
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Sehnen & Bänder zu stärken
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Bewegungen geschmeidiger zu machen
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die Gelenkfunktion zu unterstützen
MSM in Kombination mit anderen Ergänzungen – verständlich erklärt
MSM wird besonders gern zusammen mit anderen bewährten Stoffen eingesetzt, weil sich die jeweiligen Eigenschaften gut ergänzen.
Glucosamin wird traditionell genutzt, um den Aufbau und die Reparatur von Knorpelstrukturen zu unterstützen. Es ist ein wichtiger Baustein für die Gelenkgesundheit und wird häufig gemeinsam mit MSM gefüttert.
Chondroitin trägt zur Elastizität und Widerstandskraft des Knorpels bei. Es unterstützt die Stoßdämpfung im Gelenk und wird oft als Ergänzung zu Glucosamin und MSM verwendet.
Hyaluronsäure spielt eine zentrale Rolle bei der Gelenkschmierung. Sie unterstützt die Geschmeidigkeit der Gelenke und kann die Beweglichkeit fördern.
Teufelskralle wird traditionell bei Belastungen des Bewegungsapparats eingesetzt. Sie kann unterstützend wirken, ist jedoch für turnieraktive Pferde relevant, da sie als dopingrelevant gilt.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt immer vom individuellen Bedarf des Pferdes ab und davon, welche Strukturen im Körper gerade Unterstützung benötigen.
Was bewirkt MSM im Pferdekörper?
MSM wird traditionell folgende Eigenschaften zugeschrieben:
1. Unterstützung von Sehnen, Bändern & Knorpel
Schwefel ist ein zentraler Baustein dieser Strukturen.
2. Unterstützung der Leberfunktion
Schwefel spielt eine Rolle bei körpereigenen Entgiftungsprozessen.
3. Unterstützung der Zellfunktion
MSM kann die Durchlässigkeit der Zellmembranen verbessern – dadurch können Nährstoffe leichter aufgenommen werden.
4. Unterstützung des Immunsystems
Schwefel ist an der Bildung von Antikörpern beteiligt.
5. Unterstützung des Energiestoffwechsels
MSM ist an der Umwandlung von Blutzucker in Energie beteiligt.
6. Unterstützung von Haut, Fell & Hufen
Keratin – der Hauptbestandteil von Haaren und Hufen – enthält Schwefel.
Der „Carrier-Effekt“
MSM wird nachgesagt, dass es die Aufnahme anderer Nährstoffe verbessern kann. Das bedeutet: Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe können vom Körper leichter genutzt werden.
Warum MSM besser verwertbar ist als reiner Schwefel
Pferde können elementaren Schwefel nur sehr schlecht nutzen – maximal etwa 10 % gelangen überhaupt in verwertbarer Form in den Organismus.
MSM hingegen ist:
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organisch gebunden
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mikromolekular
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leicht löslich
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dünndarmverdaulich
Dadurch kann der Körper den Schwefel aus MSM deutlich besser aufnehmen und für Stoffwechselprozesse, Bindegewebe, Haut, Fell und Hufe nutzen.
Wie lange dauert es, bis MSM beim Pferd wirkt?
MSM wird traditionell eine relativ schnelle Wirkung zugeschrieben.
Viele Pferdebesitzer berichten, dass sich nach etwa einer Woche erste positive Veränderungen zeigen können – etwa:
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geschmeidigere Bewegungen
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entspannterer Muskeltonus
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glänzenderes Fell
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bessere Hufqualität
Eine dauerhafte Gabe ist grundsätzlich möglich, wenn sie sinnvoll erscheint und gut vertragen wird.
Fütterungsvarianten von MSM beim Pferd
MSM gibt es in verschiedenen Formen:
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Pulver
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Pellets
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Kapseln
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Tabletten
Für Pferde ist Pulver oder Pellet meist am angenehmsten, weil es sich leicht unters Futter mischen lässt.
So kannst man MSM füttern:
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unter das Kraftfutter mischen
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in Heucobs, Mash oder Rübenschnitzel einrühren
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in einem Stück Apfel oder Karotte verstecken
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mit etwas Öl oder Wasser anfeuchten, damit nichts „verpufft“
Wichtig: Achte darauf, dass dein Pferd die volle Menge wirklich frisst – manche Pferde reagieren auf den leicht bitteren Geschmack empfindlich.
Qualität & Reinheit von MSM – worauf man achten sollte
Nicht jedes MSM ist gleich. Die Reinheit entscheidet maßgeblich über Verträglichkeit und Wirkung.
✔ 1. Herstellungsverfahren
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Destillation → höchste Reinheit (empfohlen)
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Kristallisation → kann mehr Verunreinigungen enthalten
✔ 2. Frei von Zusatzstoffen
Hochwertiges MSM enthält keine Füllstoffe, Bindemittel oder Konservierungsstoffe.
✔ 3. Analysenzertifikate
Seriöse Hersteller lassen ihr MSM in unabhängigen Laboren prüfen und stellen Reinheitszertifikate (COA) zur Verfügung.
Warum das wichtig ist: Verunreinigtes MSM kann weniger wirksam sein oder schlechter vertragen werden.
Wie lange sollte man MSM füttern?
Für eine optimale Unterstützung wird häufig eine Fütterungsdauer von 3–6 Monaten empfohlen. Viele Pferdebesitzer geben MSM auch langfristig, wenn es gut vertragen wird.
Mögliche Nebenwirkungen von MSM
MSM gilt als gut verträglich. Dennoch können – besonders zu Beginn – folgende Reaktionen auftreten:
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Blähungen
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weicher Kot oder Durchfall
Tipp: Menge reduzieren oder auf mehrere kleine Portionen verteilen.
Für trächtige Stuten wird MSM in der Regel nicht empfohlen.
Alternative Schwefelquellen
Wenn man kein MSM verwenden möchte, gibt es natürliche schwefelhaltige Pflanzen:
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Knoblauch
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Bärlauch
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Zwiebeln
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Meerrettich
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Senfsamen
Wichtig: Diese Pflanzen können schneller zu Unverträglichkeiten führen.
Wobei wird MSM traditionell eingesetzt?
MSM wird häufig unterstützend gefüttert bei:
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Belastungen des Bewegungsapparats
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Hautproblemen
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Fellwechsel
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brüchigen Hufen
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Stressanfälligkeit
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Verdauungsproblemen
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allgemeiner Stoffwechselunterstützung
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Atemwegsproblemen
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erhöhter Infektanfälligkeit
MSM im Vergleich zu anderen Ergänzungen
MSM wird häufig mit anderen Ergänzungsfuttermitteln verglichen, die ebenfalls den Bewegungsapparat unterstützen sollen. Jedes dieser Mittel hat seinen eigenen Schwerpunkt.
MSM wird traditionell eingesetzt, um den Bewegungsapparat, die Haut und den Stoffwechsel zu unterstützen. Es kann außerdem die Aufnahme anderer Nährstoffe begünstigen.
Teufelskralle wird oft genutzt, wenn der Bewegungsapparat stärker belastet ist. Sie gilt als unterstützend bei Beschwerden, ist jedoch für turnieraktive Pferde relevant, da sie als dopingrelevant eingestuft wird.
Glucosamin spielt eine Rolle beim Aufbau und Erhalt von Knorpelstrukturen. Häufig wird es in Kombination mit MSM und Chondroitin gefüttert, um die Knorpelversorgung umfassender zu unterstützen.
Hyaluronsäure wird traditionell eingesetzt, um die Gelenkschmierung zu fördern und die Beweglichkeit der Gelenke zu unterstützen.
Welche Ergänzung sinnvoll ist, hängt immer vom individuellen Bedarf des Pferdes ab – und davon, welche Strukturen im Körper gerade Unterstützung benötigen.
Erfahrungen von Pferdebesitzern
Viele berichten von:
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geschmeidigerer Bewegung
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weniger Steifheit
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schnellerer Regeneration
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besserer Fell- und Hautqualität
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positiven Effekten bei Atemwegen
Andere sehen kaum Veränderungen – wie bei jedem Ergänzungsfuttermittel reagiert jedes Pferd individuell.
🐴 Thema: Zu enge Kopf‑Hals‑Position (Hinter der Senkrechten)
Ursache – Symptom – Wirkung
🔍 Beschreibung
Eine zu enge Kopf‑Hals‑Position („hinter der Senkrechten“, „eng gestellt“, „Rollkur‑ähnlich“) führt dazu, dass das Pferd seinen Rücken nicht mehr korrekt einsetzen kann. Die natürliche Aufwölbung des Rückens bleibt aus, die Muskulatur wird fest, und die Hinterhand kann nicht mehr unter den Schwerpunkt treten.
🧠 Biomechanische Folgen
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Blockiertes Genick und Kiefer
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Verspannter langer Rückenmuskel
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Fehlende Bauchmuskelaktivität
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Rücken kann sich nicht aufwölben
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Pferd läuft auf der Vorhand
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Taktfehler, Stolpern, kurze Schritte
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Erhöhte Stressreaktionen
(Zitat aus deinem Dokument zur Unterstützung: „Wenn das Pferd seinen Rücken nicht aufwölbt … verspannt der Muskel und wird fest.“)
⚠️ Mögliche Symptome
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Unwilligkeit beim Reiten
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Schweifschlagen, Maulunruhe
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Festhalten im Rücken
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Probleme beim Übergang in Trab oder Galopp
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Atemgeräusche, schnelle Ermüdung
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Stolpern oder Taktfehler
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Verspannungen im Genick
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Stressanzeichen (Augen, Kiefer, Atmung)
🩺 Mögliche gesundheitliche Folgen
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Rückenprobleme (bis hin zu Kissing Spines)
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Arthrose in Hanken und Knie
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Sehnen‑ und Bänderüberlastung
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Blockaden in Brust‑ und Lendenwirbelsäule
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Atemprobleme
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Magenprobleme durch Stress
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chronische Verspannungen
🎯 Warum es entsteht
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falsches Reitverständnis („Kopf runter = über den Rücken“)
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zu viel Hand, zu wenig Hinterhand
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unpassender Sattel
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Reiter sitzt fest oder schief
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fehlende Muskulatur
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Stress oder Angst beim Pferd
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zu frühe Versammlung
🌿 Was dem Pferd hilft
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Vorwärts‑Abwärts in echter Dehnung
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Losgelassenheit fördern
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Bauch‑ und Rückenmuskulatur aufbauen
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passende Ausrüstung
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Reiterbalance verbessern
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mentale Entspannung
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Bodenarbeit zur Aktivierung der Hinterhand
🟥 Falsche Haltung –
Zu eng geritten
📸 Bildbeschreibung
Das Pferd zeigt eine ungesunde, biomechanisch belastende Haltung:
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Die Nase ist deutlich hinter der Senkrechten
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Das Genick ist nicht der höchste Punkt
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Der Unterhals ist angespannt, der Hals übermäßig eng
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Der Rücken drückt weg und kann nicht schwingen
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Die Hinterhand tritt nicht unter den Schwerpunkt
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Der Ausdruck wirkt angespannt, fest oder gestresst
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Die Bewegung ist unharmonisch, kurz und auf der Vorhand
🧠 Biomechanische Wirkung
Diese Haltung führt zu:
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Blockiertem Genick und Kiefer, fehlender Losgelassenheit
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Verspannter Oberlinie, fehlender Rückenaktivität
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Überlastung der Vorhand
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Fehlender Bauchmuskelarbeit
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Eingeschränkter Atmung
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Stress im Nervensystem
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Unklaren Hilfen, da das Pferd sich nicht selbst tragen kann
🩺 Gesundheitliche Risiken
Diese Haltung kann langfristig verursachen:
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Rückenprobleme bis hin zu Kissing Spines
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Arthrose in Hanken, Knie und Sprunggelenk
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Sehnen‑ und Bänderüberlastung
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Taktfehler, Stolpern und Unwilligkeit
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Muskelverspannungen im ganzen Körper
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Mentale Überforderung und Stress
🟩 Korrekte Haltung – Pferd läuft über den Rücken
📸 Bildbeschreibung
Das Pferd zeigt eine gesunde, biomechanisch korrekte Haltung:
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Die Nase ist leicht vor der Senkrechten
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Das Genick ist der höchste Punkt
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Der Hals ist natürlich gewölbt, ohne Spannung im Unterhals
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Der Rücken ist aufgewölbt und schwingt
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Die Hinterhand tritt aktiv unter den Schwerpunkt
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Der Ausdruck ist losgelassen, ruhig und konzentriert
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Die Bewegung ist fließend, elastisch und tragend
🧠 Biomechanische Wirkung
Diese Haltung ermöglicht:
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Aktive Bauchmuskeln, die den Rumpf stabilisieren
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Entlastung der Vorhand
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Gleichmäßige Muskelarbeit
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Freie Atmung und gute Sauerstoffversorgung
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Mentale Entspannung und Rittigkeit
🩺 Gesundheitliche Vorteile
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Rücken wird gestärkt statt überlastet
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Gelenke werden geschont
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Risiko für Kissing Spines, Arthrose und Sehnenprobleme sinkt
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Pferd kann den Reiter gesund tragen
Druse
Druse gehört zu den bekanntesten, hochansteckensten Infektionskrankheiten beim Pferd. Sie befällt vor allem die Lymphknoten im Kopf und Kehlbereich und kann zu Abszessen führen. Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern. Bei Verdacht direkt den Tierarzt rufen!
Was ist Druse
- bakterielle Infektion der oberen Atemwege
- Schwellung und Vereiterung der Lymphknoten
- Fieber und Nasenausfluss
- mögliche Ausbreitung auf Luftsäcke oder innere Organe
- hohes Ansteckungspotenzial über Sekrete
- selten: metastatische Druse (Ausbreitung über Blut‑ und Lymphbahnen)
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Der Erreger kann in der Umwelt mehrere Wochen überleben und wird über Sekrete ausgeschieden.
Symptome
- hohes Fieber (39–41 °C)
- eitriger, gelblich‑grüner Nasenausfluss
- geschwollene, schmerzhafte Kopflymphknoten
- Abszessbildung im Kehlbereich
- Schluckbeschwerden
- Husten
- Mattigkeit und Appetitverlust
- Atemnot durch Einengung des Kehlkopfes
- typische Schonhaltung: Kopf gesenkt, Hals vorgestreckt
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Schwere Verläufe
- Aufbrechen der Abszesse nach innen oder außen
- starker Erregeraustrag über Sekret
- selten: metastatische Druse (innere Organe betroffen)
Ursachen
- Infektion mit Streptococcus equi ssp. equi
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direkter Kontakt mit erkrankten Pferden (Tröpfcheninfektion)
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indirekte Übertragung über: – Eimer, Putzzeug, Tränken – Kleidung, Hände, Transporter – Fliegen als mechanische Überträger
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stille Träger (Pferde, die nach Genesung weiterhin Erreger ausscheiden)
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Inkubationszeit: 3–14 Tage
Auslöser
- Neuzugänge im Stall ohne Quarantäne
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gemeinsames Equipment
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enge Stallhaltung, schlechte Belüftung
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Stress und geschwächtes Immunsystem
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hohe Tierdichte
Managementfaktoren
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strikte Hygiene
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getrennte Futter und Wasserstellen
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Quarantäne für betroffene Pferde
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regelmäßige Temperaturkontrollen im Bestand
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Desinfektion von Ausrüstung und Stallbereichen
Naturheilkundliche Mittel
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Kamille
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Thymian
Äußerliche Anwendungen
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warme Auflagen zur Unterstützung der Abszessreifung werden in der Literatur im Zusammenhang mit Lymphknotenschwellungen erwähnt.
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sanfte Reinigung von Nasenausfluss wird traditionell zur Pflege gereizter Haut genannt.
Homöopathische Mittel
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Hepar sulfuris
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Mercurius solubilis
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Silicea
Belastung / Ruhe
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konsequente Ruhe während der akuten Phase
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kein Kontakt zu anderen Pferden
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gute Belüftung, aber keine Zugluft
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regelmäßige Kontrolle von Temperatur und Allgemeinbefinden
WEIHRAUCH (BOSWELLIA SERRATA)
Weihrauch wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin beschrieben. In der modernen Literatur wird es zunehmend im Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen bei Pferden genannt, insbesondere bei chronischen oder degenerativen Veränderungen des Bewegungsapparates. Die relevanten Inhaltsstoffe sind die sogenannten Boswelliasäuren.
Was ist Weihrauch
Weihrauch ist das getrocknete Harz des Baumes Boswellia serrata. Es enthält verschiedene Boswelliasäuren, die lt. Studien entzündungsmodulierende Eigenschaften besitzen können.
Wirkmechanismus
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bestimmte Entzündungsenzyme beeinflussen
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Signalwege modulieren, die an chronischen Entzündungen beteiligt sind
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Schwellungen reduzieren können
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die Beweglichkeit unterstützen können
Typische Einsatzgebiete
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chronischen, nicht-infektiösen Entzündungsprozessen
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degenerativen Gelenkveränderungen
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Sehnen- und Bindegewebsreizungen
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altersbedingten Bewegungseinschränkungen
Sicherheit und Verträglichkeit
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meist gute Verträglichkeit
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gelegentliche Magen-Darm-Reaktionen
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Vorsicht bei Leber- oder Nierenproblemen
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Rücksprache bei gleichzeitiger Medikamentengabe
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besondere Vorsicht bei tragenden oder laktierenden Stuten
Qualitätshinweise
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reines Boswellia serrata-Harz
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transparente Herkunft
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Angaben zur Konzentration der Boswelliasäuren
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kritische Prüfung von Herstellerangaben
Nosoden
Was sind Nosoden?
Nosoden sind homöopathisch aufbereitete Präparate, die aus biologischem, zuvor vollständig inaktiviertem Material hergestellt werden. Der Begriff „Nosode“ stammt vom griechischen nosos („Krankheit“).
Für Pferde können Nosoden aus folgenden Ausgangsstoffen hergestellt werden:
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abgetöteten Krankheitserregern
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pathologischem Material
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Sekreten oder Ausscheidungen
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Organmaterial
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mikrobiellen Kulturen
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Impfstoffen
Wichtig ist: 👉 Alle Ausgangsstoffe werden vor der Weiterverarbeitung vollständig inaktiviert, z. B. durch Hitze, Alkohol oder Bestrahlung. Dadurch enthalten Nosoden keine lebenden Erreger und keine wirksame Substanz mehr.
Erst danach erfolgt die homöopathische Potenzierung (z. B. C30, C200). Ab höheren Potenzen ist kein materieller Bestandteil des Ausgangsstoffes mehr nachweisbar. Nosoden gelten daher als Informationspräparate.
⭐ Herkunft und Prinzip
Nosoden wurden von Constantin Hering in die Homöopathie eingeführt. Sie basieren auf dem Prinzip der Isopathie:
„Gleiches mit Gleichem regulieren.“
Im Gegensatz dazu arbeitet die klassische Homöopathie nach dem Ähnlichkeitsprinzip.
In der Regulationsmedizin werden Nosoden als informatorische Impulse verstanden, die körpereigene Prozesse anregen können.
⭐ Wirkprinzip
1. Informationsübertragung
Der Organismus erhält eine Art „Hinweis“ auf ein bestimmtes Muster. Dies wird als Impuls für Regulationsprozesse verstanden.
2. Reiz‑Regulation
Nosoden setzen einen Reiz, der festgefahrene Abläufe beeinflussen kann.
3. Unterstützung bei chronischen Prozessent:
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wiederkehrenden Hautreaktionen
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Stoffwechselthemen
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Darmflora‑Ungleichgewichten
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immunologischen Reaktionen
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Regulationsstörungen
4. Aktivierung der Selbstregulation
Nosoden gelten als nicht‑stoffliche Impulsgeber, die körpereigene Mechanismen unterstützen können.
⭐ Arten von Nosoden
1. Erregernosoden
Aus Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten. Werden in der Literatur im Zusammenhang mit chronischen Belastungen erwähnt.
2. Organ‑Nosoden
Aus Organmaterial wie Leber, Niere, Haut oder Darm. Werden traditionell zur informatorischen Unterstützung bestimmter Organsysteme genutzt.
3. Toxin‑Nosoden
Aus Umweltgiften oder Stoffwechselprodukten. Werden in Quellen im Zusammenhang mit Regulations‑ und Entgiftungsprozessen genannt.
4. Impf‑Nosoden
Aus Impfstoffen oder Impfmaterial. Werden in der Homöopathie im Kontext von Regulationsreaktionen erwähnt.
5. Parasiten‑Nosoden
Aus Parasitenmaterial. Werden in der Regulationsmedizin im Zusammenhang mit verdeckten Belastungen beschrieben.
⭐ Anwendungsgebiete
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Hautreaktionen
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allergischen Themen
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Stoffwechselprozessen
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Darmflora‑Ungleichgewichten
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Regulationsstörungen
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wiederkehrenden Belastungen
⭐ Darreichungsformen
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Globuli
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Tropfen
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Tabletten
⭐ Zusammenfassung
Nosoden sind homöopathisch potenzierte Präparate, die aus zuvor vollständig inaktiviertem biologischem Material hergestellt werden. Sie stimmulieren das Abwehrsystem und Regulationsprinzip. Sehr viele Resonanzen berichten über positive Entwicklungen.

FACHVERSION – Steigen beim Pferd
Ursachen, Mechanismen, Diagnostik und nachhaltige Interventionsstrategien
1. Einordnung: Steigen als Ausdruck eines dysregulierten Systems
Steigen ist ein hochgradig eskalierendes Verhalten, das aus verhaltensbiologischer Sicht in die Kategorie Abwehr- und Konfliktverhalten fällt. Es ist kein Primärverhalten, sondern ein sekundäres Notverhalten, das erst dann auftritt, wenn andere Strategien (Ausweichen, Verlangsamen, Spannung, Rückzug) nicht mehr verfügbar oder nicht erfolgreich waren.
Aus fachlicher Sicht ist Steigen:
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ein biomechanisches Ausweichmuster,
-
ein emotionaler Überlastungsmarker,
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ein Kommunikationsabbruch,
-
und ein Indikator für eine systemische Dysbalance (körperlich, mental oder beides).
Es ist daher zwingend, Steigen nicht isoliert, sondern im Kontext der gesamten Pferd-Mensch-Interaktion, der körperlichen Voraussetzungen und der Trainingshistorie zu betrachten.
2. Neurobiologie und Stressphysiologie des Steigens
Steigen entsteht häufig in einem Zustand erhöhter Aktivierung des sympathischen Nervensystems.
2.1 Neurobiologische Mechanismen
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Aktivierung der Amygdala → Bedrohungsinterpretation
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Hemmung des präfrontalen Cortex → eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit
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Muskeltonus steigt, Atmung wird flach
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Motorische Muster werden grob, reflexhaft, explosiv
In diesem Zustand ist Lernen kaum möglich.
Das Pferd reagiert nicht „ungehorsam“, sondern neurophysiologisch eingeschränkt.
2.2 Stressphysiologische Marker
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Erhöhte Cortisol- und Adrenalinspiegel
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Erhöhte Herzfrequenzvariabilität (HRV sinkt)
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Verminderte sensorische Integration
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Erhöhte Reizempfindlichkeit
Steigen ist damit ein sichtbares Endprodukt eines unsichtbaren Prozesses, der bereits Minuten oder Sekunden vorher beginnt.
3. Biomechanische Grundlagen des Steigens
Biomechanisch ist Steigen eine Lastverschiebung und eine Aufrichtungsbewegung, die nur dann möglich ist, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
3.1 Lastverteilung
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60–65 % der Last liegen normalerweise auf der Vorhand
-
Beim Steigen verschiebt sich die Last abrupt auf die Hinterhand
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Die Lendenmuskulatur, Glutealmuskulatur und die Beugemuskeln der Hinterhand müssen explosiv arbeiten
3.2 Kritische Strukturen
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Genick: Druck oder Fixierung verstärken das Aufrichten
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Brustkorb: Fehlende Schwingung → Pferd sucht „Ausweg nach oben“
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Lendenwirbelsäule: Überlastung bei schwacher Bauchmuskulatur
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Hinterhand: Unzureichende Tragkraft führt zu Instabilität und Kippgefahr
3.3 Biomechanische Auslöser
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Blockierte Vorwärtsbewegung
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Gleichzeitiger Zug am Zügel + Schenkeldruck
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Überforderung in Versammlung oder engen Wendungen
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Schmerzbedingte Schonhaltungen
Biomechanisch betrachtet ist Steigen immer ein Zeichen, dass das Pferd die geforderte Bewegung nicht leisten kann, ohne sich selbst zu gefährden.
4. Ursachenkomplexe – differenziert und fachlich sauber getrennt
4.1 Physische Ursachen
Diese Kategorie ist in der Praxis die häufigste – und gleichzeitig die am meisten unterschätzte.
Relevante Befunde:
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Rückenprobleme (Blockaden, Kissing Spines, muskuläre Dysbalancen)
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Genick- und Kieferprobleme (TMJ-Dysfunktionen, Zahnspitzen, Zungenbeinrestriktionen)
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Hufprobleme (Hufwinkel, Trachtenzwang, Hufrollenkomplex)
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Sattelprobleme (Druckspitzen, Brückenbildung, zu enger Baum)
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Magenprobleme (Ulzera → Schmerz → Abwehr)
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Atemwegsprobleme (Druckgefühl, Luftnot)
Fachlicher Grundsatz:
Ein Pferd, das aus Schmerz steigt, zeigt ein Schutzverhalten, kein Fehlverhalten.
4.2 Biomechanische Ursachen
Hier geht es nicht um Schmerz, sondern um fehlende körperliche Voraussetzungen.
Typische Muster:
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Pferd kann nicht vorwärts-abwärts dehnen
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Hinterhand ist nicht tragfähig
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Brustkorb ist fixiert
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Pferd ist schief (laterale Asymmetrie)
-
Übergänge sind biomechanisch nicht vorbereitet
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Reiter blockiert unbewusst die Vorwärtsbewegung
Biomechanisch bedingtes Steigen ist ein Ausweichmuster, kein Widerstand.
4.3 Emotionale Ursachen
Diese Kategorie umfasst:
-
Angst
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Überforderung
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Erwartungsstress
-
Unsicherheit
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Reizüberflutung
-
Traumatische Vorerfahrungen
Ein Pferd, das emotional überlastet ist, steigt, weil sein Nervensystem keine andere Option mehr sieht.
4.4 Menschlich-kommunikative Ursachen
Hier entstehen die meisten Missverständnisse.
Typische Fehler:
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Widersprüchliche Hilfen (Schenkel dran + Hand zu)
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Unklares Timing
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Zu viel Druck, zu wenig Vorbereitung
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Unbewusste Verstärkung des Steigens
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Fehlinterpretation der Körpersprache des Pferdes
Kommunikative Ursachen sind kein Reiter-Bashing, sondern ein Hinweis darauf, dass Pferd und Mensch nicht dieselbe Sprache sprechen.
5. Frühwarnzeichen – die prädiktiven Marker
Steigen kündigt sich an. Fachlich relevante Frühindikatoren:
5.1 Somatische Marker
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Fixierter Unterhals
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Genickspannung
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Brustkorb blockiert
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Rücken „friert ein“
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Schweif wird fest
5.2 Verhaltensmarker
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Mikrorückwärtsbewegungen
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Erstarren („Freeze“)
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Kopf-Hochreißen
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Blickfixierung
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Atemanhalten
5.3 Emotionale Marker
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Weite Augen
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Erhöhte Reaktivität
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Verlust der Ansprechbarkeit
Wer diese Marker erkennt, kann Steigen präventiv verhindern.
6. Diagnostik – der professionelle Weg
Eine fachlich korrekte Diagnostik umfasst:
6.1 Medizinische Diagnostik
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Orthopädische Untersuchung
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Zahnstatus
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Sattel- und Ausrüstungscheck
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Blutbild (Entzündungsmarker, Mineralien)
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Magen-Darm-Diagnostik
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Atemwegsdiagnostik
6.2 Biomechanische Analyse
-
Bewegungsanalyse an der Hand
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Longenanalyse
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Reitanalyse
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Laterale und diagonale Asymmetrien
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Tragkraft der Hinterhand
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Brustkorbschwingung
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Genickmobilität
6.3 Verhaltensanalyse
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Situationsbezogene Trigger
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Trainingshistorie
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Reizschwellen
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Stressmuster
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Mensch-Pferd-Kommunikation
6.4 Systemische Analyse
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Haltung
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Fütterung
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Sozialstruktur
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Tagesrhythmus
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Schlafqualität
Steigen ist immer multifaktoriell.
Eine Diagnose ohne Systemanalyse ist unvollständig.
7. Interventionsstrategien – ursachenorientiert, nicht symptomorientiert
7.1 Physische Ursachen behandeln
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Osteopathie/Physiotherapie
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Sattelkorrektur
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Zahnbehandlung
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Hufkorrektur
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Magenbehandlung
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Atemwegsmanagement
7.2 Biomechanik verbessern
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Seitengänge an der Hand
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Brustkorbmobilisation
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Übergänge in Balance
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Longenarbeit mit Fokus auf Takt und Losgelassenheit
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Geraderichten
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Aufbau der Bauch- und Rückenmuskulatur
7.3 Emotionale Stabilisierung
-
Reizreduktion
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Strukturierte Trainingsumgebung
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Vorhersehbarkeit
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Pausen, die echte Regeneration ermöglichen
-
Nervensystemregulation (z. B. energetische Arbeit, Atemarbeit)
7.4 Kommunikationsklärung
-
Eine Hilfe = eine Bedeutung
-
Klare Phasen: Signal – Reaktion – Ruhe
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Kein Dauerzug, kein Dauerschenkel
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Timing optimieren
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Alternativverhalten etablieren (z. B. Seitwärts statt Steigen)
7.5 Umlernen bei erlerntem Steigen
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Verhalten nicht „belohnen“ (Training nicht sofort abbrechen)
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Aber auch nicht bestrafen (Gefahr der Eskalation)
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Kleine, lösbare Aufgaben
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Positive Verstärkung
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Klare Struktur
8. Energetische und neuroemotionale Ebene
Diese Ebene wird in der Fachliteratur selten erwähnt, ist aber in der Praxis hochrelevant.
8.1 Energetische Dysbalancen
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Blockaden im Meridiansystem
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Dysregulation im Herz- und Solarplexusbereich
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Stagnation im Brustkorb (emotionaler Druck)
8.2 Nervensystemregulation
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Parasympathische Aktivierung
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Entspannungstechniken
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Berührung, die das System beruhigt
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Atemarbeit mit Pferd und Mensch
8.3 Verarbeitung alter Erfahrungen
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Traumatische Muster
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Erlernte Schutzstrategien
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Emotionale Triggerpunkte
Diese Ebene ersetzt keine Diagnostik, aber sie macht nachhaltige Veränderung erst möglich.
9. Mythenkritik – wissenschaftlich widerlegt
Mythos 1: „Der will dominieren.“
→ Fachlich falsch. Steigen ist ein Notverhalten, kein Dominanzverhalten.
Mythos 2: „Da musst du durchgreifen.“
→ Gewalt verschärft das Problem und erhöht das Risiko.
Mythos 3: „Der verarscht dich.“
→ Kein Fluchttier riskiert leichtfertig sein Leben.
Mythos 4: „Das ist halt seine Art.“
→ Steigen ist ein Symptom, kein Charakterzug.
10. Fazit: Steigen ist ein systemischer Marker – kein Problemverhalten
Ein Pferd, das steigt, zeigt:
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körperliche Überforderung
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biomechanische Einschränkung
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emotionale Dysregulation
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kommunikative Missverständnisse
-
oder eine Kombination daraus
Die Lösung liegt nicht im „Wegtrainieren“, sondern im Verstehen, Analysieren und systemischen Begleiten.
Steigen ist eine Einladung, tiefer hinzuschauen – und genau das ist deine Stärke.
💞lichst Amanda Gillet